Wilhelm-Busch-Schule beteiligt sich am Projekt gegen Jugendgewalt

Wilhelm-Busch-Schule beteiligt sich am Projekt gegen Jugendgewalt

Aggressives Verhalten von Jugendlichen ist keine Seltenheit und hat häufig viele Ursachen. Schulen stehen dabei besonders im Kreuzfeuer sozialer Problematiken und das Lehrpersonal begegnet vermehrt gewaltbereiten Jugendlichen. Diese Erfahrungen werden auch an der Wilhelm Busch-Schule - Förderschule für soziale und emotionale Entwicklung der Stadt Hagen - gemacht.

Gemeinsam mit der „Aktion Sport statt Gewalt“ startet die Schule jetzt ein Projekt, um dem Konfliktpotenzial wirkungsvoll zu begegnen. Die „Aktion Sport statt Gewalt“ ist ein gemeinnütziger Verein und arbeitet mit Schulen, Vereinen und Jugendeinrichtungen zusammen. Durch die Vernetzung dieser Einrichtungen soll die Integration von Jugendlichen in entsprechende Vereine erreicht werden. Hier sollen die vorhandenen Aggressionen durch Sport in positive Energie umgewandelt werden. Die Teilnehmer sollen in den Vereinen lernen, Regeln und Werte anzuerkennen, um besser mit Aggressionen umzugehen. Dazu werden speziell geschulte Trainer eingesetzt, die zum Teil durch die „Aktion Sport statt Gewalt“ ausgebildet werden.

Am Dienstag, 06. Oktober 2009, startete das Projekt der Wilhelm- Busch-Schule. Es nahmen mehr als 30 Schüler, aufgeteilt in 2 Gruppen (10-13Jahre und 12-15 Jahre) an einem Auftaktworkshop in der Kampfkunstschule Bernd Kühnapfel teil. Begleitet wurden die Jugendlichen dabei von mehreren Pädagogen. Die Teilnehmer lernten vor Ort die Kampfsportschule kennen, wurden unter fachkundiger Leitung in einige Techniken des Kempo-Karate, der kindgerechten Selbstverteidigung eingeführt und lernten somit sich wieder sportlich „auszupowern“.

Aufgebaut wurde das Training systematisch, beginnend mit den in dieser Kampfkunst üblichen Ritualen, wobei den Jugendlichen auch gleich deren Bedeutung erklärt wurde. Nachdem die Trainer vorgestellt worden waren, wurde ein Aufwärmprogramm absolviert, welches bereits etwas Kondition von den Kindern abverlangte. Dabei wurde schon hierbei auf die Einhaltung von Disziplin und Regeln geachtet, aber auch gleich erklärt, warum dieses gerade bei Kampfsportarten so extrem wichtig ist. Nach einer kurzen Pause, um die Kinder nicht zu überfordern, begann der 2.Teil des Workshops mit Partnerübungen und der Demonstration verschiedener Kampfpkunst- Techniken. Diese wurden von den Trainern vorgeführt und genau erklärt. Generell war der Workshop sehr von persönlichem Zuspruch, Motivation und einem besonderen Eingehen auf die Jugendlichen geprägt. Sowohl die betreuenden Pädagogen der Wilhelm-Busch-Schule, als auch die Trainer der Kampfkunstschule Nihon Kai, gingen sehr auf die einzelnen Charaktere der Kinder ein. Nach der stilgerechten Verabschiedung war daher die Beurteilung des Workshops auf beiden Seiten mehr als positiv. Die Jugendlichen waren zwar müde, aber sehr begeistert und können den Start der Kurse im Rahmen der Schul-AG kaum erwarten. Die Lehrer ihrerseits sehen den sich andeutenden positiven Einfluss auf die Kinder und begrüßen dieses Projekt außerordentlich.

In intensiven Gesprächen am Rande der Matten zwischen der Geschäftsführerin der“ Aktion Sport statt Gewalt“ Petra Hocks-Rabe, dem Leiter der Kampfkunstschule Bernd Kühnapfel und den verantwortlichen Pädagogen der Wilhelm-Busch-Schule, wurden weitere Maßnahmen und eine intensive und ausgedehnte Zusammenarbeit besprochen. Nach diesen positiven Erfahrungen startete nun am 02.11.2009 das Regelangebot in der Schule. Die Jugendlichen können dann dreimal in der Woche das Angebot der Kampfschule nutzen und werden im Rahmen von Unterrichtseinheiten im Nachmittagsbereich in kleinen Gruppen, in der Sporthalle der Schule sowohl sportlich, als auch pädagogisch betreut.

Um diese Kooperation aufzubauen, wurde das Netzwerk der „Aktion Sport statt Gewalt“ genutzt, welche das Projekt auch finanziell mit unterstützt.
Die „Aktion Sport statt Gewalt“ hat ein ganzheitliches Konzept entwickelt, das die Kooperationspartner, einerseits die Schulen, andererseits die ausgebildeten Trainer, nutzen können. Alles zum Wohle der Jugendlichen.

Daher werden auch die eingesetzten Trainer speziell qualifiziert und ausgewählt. Die Kampfkunstschule Bernd Kühnapfel Nihon Kai gibt es bereits seit 1997. Soke Bernd Kühnapfel Shihan ist Bundestrainer des Kempo Karate Jiu-Jitsu, Fachpädagoge in gleicher Sportart und Deeskalationstrainer der Martial Art Association International.

Anfragen weiterer Schulen in Hagen sind bereits gestellt worden, so dass dieses Projekt im kommenden Jahr weiter ausgeweitet werden wird.

Hagen, 09.11. 2009 

Unsere Partner